Das Kind hatte seine Wintermütze fast anderthalb Monate lang nicht abgenommen, doch als die Krankenschwester sie ihm abnahm, stieß es einen überraschten Laut aus.
Katerina Melnikova arbeitete neun Jahre lang als Schulkrankenschwester am Gymnasium Nr. 27. Sie war 41 Jahre alt. Diese liebenswerte, lächelnde Frau mit der warmen, ruhigen Stimme besaß die seltene Gabe, sowohl einfühlsam als auch bestimmt zu sein, insbesondere im Umgang mit Kindern.
Ihr Arbeitsplatz war mehr als nur eine Erste-Hilfe-Station; es war ein Ort, an dem der sterile Geruch von Medikamenten das Wohlbefinden nicht beeinträchtigte. Bunte Gesundheitsschilder hingen an den Wänden, Kuscheltiere standen in der Ecke für ängstliche Kinder bereit, und in den Schubladen lag stets Wechselkleidung bereit – falls jemand nass wurde oder sich die Hose zerriss.

Die Kinder liebten sie. Die Lehrer vertrauten ihr. Katerina bemerkte Dinge, die anderen entgingen: ein leichtes Zucken im Augenwinkel, einen plötzlichen Stimmungswechsel, dunkle Ringe unter den Augen. Sie zog stets Schlüsse. Und sie handelte immer.
Am 1. Mai traf eine Hitzewelle die Stadt unerwartet. Nach einem langen, kühlen Frühling kletterte das Thermometer auf dreißig Grad. Kinder rannten in T-Shirts und Shorts zur Schule, glücklich, braun gebrannt und voller Vorfreude.
Doch eines der Kinder sah ungewöhnlich aus.
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