Weihnachten war bei uns jedes Jahr gleich: funkelnde Lichter, der Duft von Zimtschnecken, im Wind raschelndes Geschenkpapier und unsere Tochter Léa, die über alles lachte. Ein behaglicher Kokon. Einer dieser Momente, in denen man erkennt, dass man etwas Wertvolles erreicht hat: ein einfaches, stabiles, beruhigendes Leben. Als also eine Woche vor den Feiertagen ein wunderschön verpacktes Paket ohne Absender ankam, ahnte ich nicht im Geringsten, dass es … einen Sturm enthielt.
Ein Paket ohne Absender: Wenn die Vergangenheit ins Wohnzimmer eindringt

Die Schachtel war klein, ordentlich, fast luxuriös. Und da war dieses Detail, das mir sofort ins Auge fiel: der Name meines Mannes, Thomas, handgeschrieben in einer femininen Schrift. Als ich ihm das Päckchen reichte, wurde er kreidebleich. Sein Daumen fuhr über die Buchstaben, als würden sie brennen. Dann flüsterte er einen Namen, den ich seit über zehn Jahren nicht mehr gehört hatte: Camille.
Camille war „die Geschichte davor“. Seine erste Liebe. Die, von der er mir einmal erzählt hatte, ganz am Anfang, an einem Sommerabend, an dem man glaubt, über alles reden zu können. Eine jugendliche, intensive Beziehung, die ohne wirkliche Erklärung endete … und in einer Ecke der Vergangenheit verschwunden war. Dachte ich zumindest.