Du bist erwachsen geworden, hast dich weiterentwickelt und ein Leben aufgebaut. Und doch gibt es immer noch Reaktionen, die dich überraschen. Diese Angst, andere zu enttäuschen. Diese Schwierigkeit, Nein zu sagen. Dieses Gefühl, immer zu viel oder nie genug zu tun. Wenn dir das alles bekannt vorkommt, sei unbesorgt: Es ist kein Charakterfehler. Meistens sind es die subtilen Spuren noch immer bestehender emotionaler Verletzungen aus der Kindheit.
Denn selbst mit der Zeit hinterlassen manche Erlebnisse einen bleibenden emotionalen Eindruck. Das Kind, das du einmal warst, lernte, sich anzupassen, um geliebt, beschützt oder einfach nur anerkannt zu werden. Auch als Erwachsener wendest du diese Strategien manchmal noch an, ohne es selbst zu merken.
Warum Kindheitstraumata nicht von selbst verschwinden

Wir möchten glauben, dass die Zeit alles heilt. Doch unausgesprochene Gefühle verschwinden nicht: Sie wandeln sich. Das Gehirn, in seinem Bedürfnis nach Sicherheit, aktiviert Schutzmechanismen. Gefällig sein, kontrollieren, in den Hintergrund treten, Stärke demonstrieren … all das sind intelligente Reaktionen auf ein instabiles emotionales Klima.
Wie Thich Nhat Hanh sagte: „Das verletzte Kind in uns verschwindet nie; es wartet darauf, endlich angenommen zu werden.“ Solange diese Wunden unerkannt bleiben, beeinflussen sie weiterhin Ihre Beziehungen, Ihr Selbstwertgefühl und Ihr emotionales Gleichgewicht.