Also packte ich eine Reisetasche. Darin landeten ein Paar Stiefel, ein paar Hemden und Jeans, Unterwäsche und Toilettenartikel. Ich schnappte mir meine Gitarre. Ich ging an der Garderobe vorbei, an der noch der Schal meines Vaters hing, und wagte es nicht, ihn anzufassen.
Ich konnte es nicht.
In jener Nacht übernachtete ich auf der Couch meiner besten Freundin.
„Natürlich kannst du hier bleiben, Ellie“, sagte Katie. „Mein Zuhause ist deins.“

Sie stellte eine Decke und ein Glas Wasser auf den Beistelltisch. Wir sagten kein Wort darüber – es war nicht nötig.
Ich lag da, den Blick auf den Deckenventilator gerichtet, die Hände fest gegen meinen Bauch gepresst, als versuchte ich, mich zusammenzureißen. Meine Trauer war nicht laut oder dramatisch … aber sie war erdrückend, wie die Schwere von nassem Beton, die auf meiner Brust lastete.
Bevor ich an diesem Abend die Augen schloss, tätigte ich einen Anruf – bei Janine, der älteren Schwester meines Vaters.

Sie ging sofort ran und stieß an den richtigen Stellen hörbare Laute aus, während ich meine Geschichte stockend erzählte. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, was ich sagte – nur daran, dass auf ihre Laute lange Stille folgte.
Aber es war keine leere Stille. Es war die Art von Stille, die einen umhüllt, wenn jemand nicht nur die eigenen Worte hört, sondern auch die versteht, die man selbst nicht aussprechen kann.
Dann endlich sprach sie.
„Ich kümmere mich darum, Liebling“, sagte sie. „Ist alles in Ordnung bei Katie oder soll ich dich abholen?“
„Mir geht es gut“, seufzte ich. „Aber… helft mir bitte.“
„Natürlich, Ellie. Geh morgen früh wieder hin und hol den Rest deiner Sachen. Ich treffe dich dann dort.“
Am nächsten Tag fuhr ich zu dem Haus vor, in dem ich seit meiner Geburt lebte … dem mit der abgeplatzten Eingangstreppe und dem schiefen Vogelhäuschen, das mein Vater gebaut hatte. Ich erinnere mich, wie wir es zusammen gestrichen haben und wir uns dabei komplett mit Farbe bekleckert haben.
Doch zu diesem Zeitpunkt sah das Haus anders aus.
Fünf schwarze SUVs reihten sich am Straßenrand auf, als würden sie einen Krimi drehen. Zwei Männer in Anzügen standen an der Haustür. Einer warf einen Blick auf seine Uhr, der andere rührte sich nicht. Hätte ich ihn nicht blinzeln sehen, hätte ich ihn für einen Roboter gehalten.
Mein Herz raste.
Hatte Cheryl den Sicherheitsdienst gerufen, um mich draußen zu halten?
Ich stieg mit angespannten Schultern aus dem Auto und klingelte.
Die Tür öffnete sich, und Cheryl stand da, bleich und steif, als hätte ihr jemand das Leben ausgesaugt.
„Oh! Da bist du ja!“, sagte sie mit plötzlich zuckersüßer Stimme. „Ich wollte dich gerade… gerade anrufen, Liebling.“
Schatz?