Atemlos. Blass. Ihr Haar war zu einem wirren Knoten verknotet, als hätte sie tagelang nicht geschlafen. Meine Stieftochter stand im Türrahmen, die Wickeltasche fest umklammert, ihr Blick wanderte überall hin, nur nicht zu mir.
„Könntest du kurz auf sie aufpassen?“, fragte sie schnell und bückte sich bereits, um die Trage zu öffnen.
„Ich muss nur kurz etwas erledigen. Bin gleich wieder da.“
Ich zögerte.
Irgendwie klang ihre Stimme brüchig – dünn und angespannt, als könnte sie jeden Moment zerbrechen. Aber sie war erst neunzehn und lernte noch, um Hilfe zu bitten, ohne sich dabei wie eine Versagerin zu fühlen. Bevor ich etwas sagen konnte, küsste sie die Stirn ihres Babys, flüsterte etwas Unverständliches und eilte zurück zu ihrem Auto.
Die Tür schloss sich.
Der Motor verstummte.
Ich blickte hinunter auf das winzige Mädchen, das ich nun in meinen Armen hielt.
Sie roch nach Milch und Babyshampoo. Ihre Finger schlossen sich instinktiv um meinen Daumen, vertrauensvoll und warm. Ich redete mir ein, ich solle mir keine Sorgen machen. Junge Mütter geraten in Panik. Sie würde bald zurück sein.

Eine Stunde verging.
Dann zwei.
Nach drei Stunden hatte sich die Angst in meinem Magen breitgemacht. Ich schrieb SMS. Ich rief an. Nur die Mailbox. Ich lief im Wohnzimmer auf und ab, wiegte das Baby sanft und flüsterte beruhigende Worte, von denen ich nicht sicher war, ob sie für sie – oder für mich – bestimmt waren.
Nach vier Stunden klopfte es.
Nicht laut.
Nicht aggressiv.
Vorsichtig. Kontrolliert. Als wäre sich die Person auf der anderen Seite nicht sicher, ob sie dort hingehörte.
Als ich die Tür öffnete, stand ein Mann mit einer Segeltuchtasche auf der Veranda. Sein Gesicht war eingefallen, seine Augen müde und besorgt.
„Das musst du sehen“, sagte er leise.
Mir sank das Herz.
Er reichte mir die Tasche. Darin befanden sich ordentlich gefaltete Babykleidungsstücke – winzige Söckchen, ein Ersatzbody, eine Decke. Obenauf lag ein gefaltetes Stück Papier.
Meine Hände zitterten, als ich es öffnete.
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